Herman von Oldendorf verkauft der Bruderschaft zu Petershagen seinen Freihof in Ovenstädt

14. März 1385

Ik Hencke van den Bolen, en zworen, vnde en koren richtere tom petershagen. Bekenne vnde betughe openbar an dessem breue, vor alden, de one zeet. vnde horet lezen. dat vor my ghekomen is in engheghet richte. Herman van Oldendorpe, knape. vnde bekande des vor my. dat he hedde vorkoft. enen rechten steden Frue hof. der Broderschap. des hilghen lichamen thom Petershagen. mit vulborde al seyner rechten eruen. Synen hof beleghen tho Ouenstede. vnde enen Coten dar sulues. so de bref bewiset. den he dar vp gheheuen heft. (…) feria tercia post dominicam, qua cantatur Letare Jherusalem. (14. März 1385. Transkription von Ursula Kracht)

Übertragung in Gegenwartsdeutsch: Ich bin Hencke von den Bohlen, ein vereidigter und gewählter Richter in Petershagen. Mit dieser Urkunde bezeuge ich öffentlich, dass der Knappe Hermann von Oldendorf zu mir gekommen ist, um eine Beurkundung vornehmen zu lassen. Er teilte mir mit, dass er seinen rechtmäßigen Erbhof mit Zustimmung aller Erben an die Bruderschaft des Heiligen Leichnams in Petershagen verkauft hat. Dieser Hof, zu dem auch ein Stall gehört, liegt in Ovenstädt. Rembert von Oldendorf, Hermanns Vater, überreichte mir daraufhin einen versiegelten Brief, um den Verkauf durch Remberts Brüder anerkennen zu lassen. Den Brief nahmen nach alter Sitte zuerst Hermann von Oldendorf, dann Rembert von Oldendorf und schließlich Remberts Bruder nacheinander in Empfang und legten ihn in gegenseitigem Einvernehmen in den Richterhut. Hermann, Rembert und dessen Bruder ertasteten vor all ihren Erben im Hut den Brief und vollzogen so alles Erbenrecht und alle Eigentumsfragen, die über sie und ihre Erben kommen mögen. (UJ 2018)