Großfeuer in der Tonindustrie Heisterholz

25.06.1962

Aus einem Bericht: Die Feuerwehren Petershagen und Heisterholz erhielten am 25.6.62 um 23:58 Uhr eine Feuermeldung vom Werk. Die Feuerwache Minden erhielt die Meldung ”Großfeuer” am 26.6.62 um 00:01 Uhr und alarmierte die Löschgruppen Todtenhausen, Kutenhausen, Friedewalde, Ovenstädt, Lahde, Bierde und Hartum.

Zur Lage: Beim Eintreffen der 1. Löschgruppen Heisterholz und Petershagen brannten die Ofenhäuser I. und IV. in voller Ausdehnung. Das Feuer hatte übergegriffen auf die Böschung unterhalb der Ölbehälter und gefährdete das Kraftwerk. Der Kreisbrandmeister übernahm die Einsatzleitung. Zu diesem Zeitpunkt waren große Bauteile des Ofenhauses I. eingestürzt, das Dach vom Ofenhaus IV. ebenfalls. Das Feuer hatte übergegriffen auf das Pressenhaus. Die Löschgruppen Petershagen hatten den Schutz der Ölbehälter und des Kraftwerkes übernommen. 

Es stand fest, die Ofen­häuser I. und IV. sind nicht mehr zu retten. Ofen I. war voll in Betrieb, aus diesem Grunde durfte nicht zu viel Wasser auf das Ofenhaus gegeben werden. Es wurde lediglich der Abbrand kontrolliert, um ein Übergreifen auf das Kraftwerk zu verhindern. Die in kurzen Abständen eintreffenden Löschgruppen wurden am Pressen- und Trockenhaus eingesetzt. Drei Löschgruppen übernahmen den Innen­angriff, um das Feuer in den Durchbrüchen zwischen Pressen- und Trockenhaus abzuriegeln. Weitere Löschgruppen wurden mit B-Rohren im Außenangriff von der Weserseite am Pressenhaus eingesetzt. 

Die geförderte Wassermenge betrug zu diesem Zeitpunkt etwa 10.000 Ltr. pro Minute. Gegen 2 Uhr war die Gefahr der Ausbreitung des Feuers gebannt, die in Reserve stehenden Löschgruppen wurden entlassen. Um etwa 3 Uhr konnten die Feuerwehren, bis auf eine starke Brandwache, herausgezogen und entlassen werden. Die Brandwachen übernahmen die Löschgruppen Heisterholz und Petershagen. 

Anmerkung: Die Löschgruppe vom Flugplatz Achum kam ohne Anforderung, da das Feuer vom Flugplatz gesehen wurde. (Luftlinie etwa 18 bis 2o km).Günstige

Umstände für die Brandbekämpfung:
1. Nur geringer Wind aus wechselnden Richtungen.
2. Unerschöpfliche Löschwassermengen in unmittelbarer Nähe.
3. Die Löschgruppe Heisterholz besteht aus Werksangehörigen und kennt sich gut aus.
4. Am 1. 11. 1958 fand bei der Tonindustrie Heisterholz eine Großübung statt, an der fast alle Löschgruppen, welche jetzt im Einsatz waren, teilnahmen. Als Brandobjekt waren das Kraftwerk und die Ofenhäuser X. und IV. angenommen. Durch diese Übung wurden die Löschgruppen geländekundig.
(UJ)