Friedrich Daake (1856-1929)

25. Juli 1929

Am 25. Juli verschied unerwartet der Taubstummenlehrer i.R. Herr Friedrich Daake aus Petershagen. Mit ihm verliert die Heimat einen ihrer eifrigsten Erforscher, der Geschichtsverein eins seiner regsten Mitglieder und die Heimatblätter ihren tätigsten Mitarbeiter. Fast seit Beginn ihres Erscheinens bringen die Heimatblätter Daakes Beiträge zur Geschichte von Petershagen. Sie enthalten ein umfangreiches, wertvolles Material nicht nur zur Geschichte seiner engeren Heimat Petershagen, sondern auch des Fürstentums Minden. Ueber ein Menschenalter hat er mit größter Liebe und Sorgfalt daran gesammelt und keine Kosten und Mühe gespart, um es aufzustöbern. Manche Reise führte ihn nicht allein nach den Archiven und Bibliotheken der westfälisch-niedersächsischen Heimat, darüber hinaus auch bis nach Nürnberg hinunter ins Germanische Museum, wo er Spuren aus Petershagens Vergangenheit verfolgte. In einem Alter, wo die meisten die Feder müde niederlegen, hat der Unermüdliche begonnen, seinen gesammelten Stoff zu verarbeiten und in den Heimatblättern zu veröffentlichen. Dabei lag es ihm fern, heimatkundlich gefärbte Unterhaltung zu bieten; er beabsichtigte vielmehr, dem ernsten Heimatforscher Material zu einem gründlichen Geschichtsbild zu geben. So brachte er nichts, was ihm nicht genügend begründet erschien, und versah alle Nachrichten mit Quellenangaben, wodurch er ihnen gegenüber den meisten üblichen heimatgeschichtlichen Aufsätzen besonderen Wert verlieh. Aeußerste Gewissenhaftigkeit zeichnete ihn hier wie in seinem sonstigen Leben aus. Zu früh für die Heimat, die ihren treuesten Freund und Verkünder verloren hat, und zu früh für alle, die dem feinen klugen Manne näher treten durften, ist Friedrich Daake mitten aus der Arbeit für die Heimat abgerufen. Wir werden sein Andenken stets dankbar in Ehren halten. M. K.