Um 1920 | Häuserzeile in der Mindener Straße

Kleinteiliges Gewerbe | Feierabend auf den "Lästerbänken"

Mindener Straße (um 1920)
Petershagen Nr. 35 Petershagen Nr. 31 Petershagen Nr. 30 Petershagen Nr. 24 Petershagen Nr. 23

Petershagen Nr. 35

Schuster Schweimler

Schuhmachermeister Ferdinand Schweimler (1926) | Witwe Theresia Schweimler, geb. Zaeske, und ihre Kinder (1930) | Schmiedemeister Karl Ballhaus, Fährstraße 2 (1935)

Petershagen Nr. 31

Bäcker Kruse

Bäcker Carl Kruse und Ehefrau Anna (1872) | Bäckermeister Fritz Kruse und Ehefrau Sophie, geb. Hachmeier

Petershagen Nr. 30

Handelsmann Devries

Handelsmann Abraham Rosenfeld (1910) | Viehhändler Hermann Block und Ehefrau Julie, geb. Müller (1918, 1926 Vergrößerung) | Kaufmann Hermann Devries und Ehefrau Emmi, geb. Block (1935) | Bäckermeister Fritz Kruse und Ehefrau Sophie, geb. Hachmeier (1940, 1954 Abbruch)

Petershagen Nr. 24

Zimmermann Ott

Arbeiter Friedrich König (1910) | Zimmermann Eduard Ott (1918) | Witwe Minna Ott, geb. Glissmann (1952) | Bauarbeiter August Schwarze (1956)

Petershagen Nr. 23

Lederhändler Krülle

Zigarrenarbeiter Wilhelm Glißmann und Ehefrau Auguste (1848) | Lederhändler und Wirt Wilhelm Krülle (1922) | 1924 und 1934 Umbauten | Kaufmann Heinrich Krülle (1955)

“Schon seit Alters her konnte jeder dem lieben Nächsten in den Kochtopf gucken. Das neigte zum Räsonnieren. Die Lästerbänke sind in Petershagen eine uralte Einrichtung auf den Straßen, daneben auch die Gucklöcher in den Fenstern. „Dumm und o pinätre“ hatte Friedrich Wilhelm I. die Bevölkerung des Mindener Landes in seinem Testament von 1722 genannt. Wenn das erste Wort auch zu hart ist, das zweite Wort „Dickschädel“ trifft zu. Es ist nie eine Annehmlichkeit und ein Vorzug gewesen, Bürgermeister unserer Stadt zu sein. 1753 bestand die Stadt aus 274 Hausplätzen.” (Hestermann 2020)

Korrespondierende Hausplätze in heutiger Zeit (von links nach rechts): Restaurant “Alte Schmiede” (Leerstand), Imbiss Gül, Baulücke, Provinzial-Versicherungen. Die interaktiven Flächen verzeichnen die Besitzer der Wohnstätten bis zum Beginn des 20. Jahrhundert.