2021 | Zur Herkunft des Familiennamens Vormbaum

Friedrich-Wilhelm Vormbaum wurde am 13. September 1795 in Quetzen als Sohn des Schulmeisters Heinrich Vormbaum geboren. Unter seinen Paten ist mit „Eberhard Heinrich Vormbaum aus Dornberg, des Schulmeisters Vater“. (1) Dornberg war die erste Landgemeinde in der Grafschaft Ravensberg, die 1526 die Reformation annahm. (2) Der Ort Dornberg gehört heute zur Stadt Bielefeld.  

Familiennamen wie Schlüter, Heckmann, Bäumer sind in Westfalen allgegenwärtig. Zu jedem Stadtteil gehörte dort ab dem 13. Jahrhundert eine Feldmark. Alle Feldmarken umgab eine schützende Landwehr. Die Durchgänge der Landwehr wurden von Bauernhöfen aus überwacht, dort wurde auch das Wegegeld erhoben. Die Besitzer dieser sogenannten Bäumerhöfe (von „Schlagbaum“) wurden „Bäumer“ genannt. (3)  

Auch der Name Vormbaum („Vor dem Baume“) gehört mutmaßlich entweder zum Namenstyp der Wohnstättennamen oder zum Namenstyp der Herkunftsnamen. In den Kreisen Kreise Gütersloh und Herford kommt auch der Familienname Vornbäumen vor. (4) In Halver im Märkischen Kreis gibt es noch heute eine Bauerschaft Vormbaum, an einem Durchlass der ehemaligen Landwehr von Halver gelegen. (5) Familiennamen wie Vormbaum können grundsätzlich überall entstanden sein, wo es eine Landwehr mit Schlagbaum gegeben hat.  

Der königliche Seminardirektor Friedrich-Wilhelm Vormbaum starb am 2. November 1875 in Petershagen, seine Frau Georgine Friederike, geb. Seemann folgte ihm schon am 23. November ins Grab. Das Ehepaar Vormbaum hinterließ sechs erwachsene Kinder. (6)

(DWK)

Quellen

(1) LkA EKvW, KK Minden, Lahde, Taufen 1764 –1799, Band 9,https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=134810, Bild 165

(2) Dornberg | Bielefeld, https://www.bielefeld.de/dornberg (zuletzt aufgerufen am 13.09.2021)

(3) Gisbert Strotdrees; Im Anfang war die Wort. Flurnamen in Westfalen. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2017

(4) Matthias E. Borner; Ostwestfälische Namen. http://www.owl-namen.de/(zuletzt aufgerufen am 13.09.2021)

(5) Gerd Helbeck: Beyenburg. Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes. Band 1: Das Mittelalter. Grundlagen und Aufstieg. Verein für Heimatkunde, Schwelm 2007

(6) Grabstein-Projekt im Verein für Computergenealogie e.V.https://grabsteine.genealogy.net/tomb.php?cem=747&tomb=93&b=&lang=de((zuletzt aufgerufen am 13.09.2021)7LkA EKvW, KKMinden, Petershagen, Beerdigungen 1856 –1899, Band 12, https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=133028, Bild 445

 

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