2024 | Gustav Mennicke (1899-1988): Sonderausstellung

Der Verein der Ortsheimatpflege Petershagen 
plant im September 2024 eine zweitägige 

Sonderausstellung 

Gustav Mennicke (1899-1988)  
Gemälde | Aquarelle | Grafiken | Regionales 

Paul-Gerhard-Gemeindehaus Petershagen
Meßlinger Straße 9
32469 Petershagen

7. bis 8. September 2024

Veranstaltung und Öffnungszeiten

7. September
10:00 Uhr bis 18:00 Uhr – Ausstellung 

19:00 Uhr
Arfst Wagner (Föhr)
Erinnerungen an Gustav Mennicke (1899-1988)
Vernissage, Lesung und Klönschnack

8. September
11:00 Uhr bis 17:00 Uhr – Ausstellung 

Eintritt frei. Wir bitten um eine Spende am Ausgang.

In Zusammenarbeit mit 
Tag des offenen Denkmals
Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte
Sonntag, 8.9.2024

Die Ausstellung soll neben den Kunstwerken die Geschichte des denkmalgeschützten Hauses Mennicke, Hauptstr. 4, dem Wohnhaus des Künstlers, zeigen.

Das Wohnhaus der Familie Mennicke in der Hauptstr. 4.

Der in Petershagen gebürtige und zuletzt auf Föhr wohnhafte Kunstmaler gehörte zu den epochalen Künstlern des Expressionismus. Am 21. Januar 2024 jährte sich der Geburtstag von Mennicke (1899-1988) zum 125. Mal. Der Maler verbrachte seine Jugend in Petershagen. Sie war überschattet von Krieg, Invalidität, Polemiken und Diffamierungen. Dennoch gelang es Mennicke unter vielen Entbehrungen, seinen Weg als Künstler zu finden. Zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis zählten viele Größen der Kunstgeschichte, darunter Emil Nolde, Otto Dix, Otto Gussmann, Peter August Böckstiegel und Joachim Ringelnatz.

Das Ziel der Ausstellung ist es, im Geburtsort Mennickes aus Anlass der Wiederkehr seines 125-jährigen Geburtstages eine repräsentative Werkauswahl zu zeigen. Sie wird die erste ihrer Art in Westfalen sein. Ein Schwerpunkt liegt auf der Darbietung regionaler Jugendwerke, die das erste Mal öffentlich zu sehen sein werden. Ihnen werden abstrakte Werke der Spätzeit gegenübergestellt.

Der Ortsheimatpflege ist es ein besonderes Anliegen, dass Gustav Mennicke gerade in seinem Heimatort eine besondere Würdigung erfährt, da er hier in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg nicht nur eine finanzielle Unterstützung durch zahlreiche Förderer erfuhr, sondern zugleich einer heftigen ideologischen Diffamierung durch national-konservative Kreise ausgesetzt gewesen ist. Diese Zusammenhänge werden in der Ausstellung und in einem Heimatblatt, das zugleich als Ausstellungskatalog dienen soll, aufgezeigt.

Als Fachreferent konnte der Mennicke-Kenner Arfst Wagner, vormals MdB und MdL S-H, gewonnen werden. Er ist der Verfasser des Buches „Schafe im Nebel“ und wird als Zeitzeuge und Erzähler über seine Freundschaft mit „Gustav“ in einer Abendveranstaltung berichten.

Mennicke lehnte den Nationalsozialismus von Grund auf ab. Nachdem die Geheime Staatspolizei seine Berliner Wohnung nach politisch unerwünschter und als entartet betrachteter Kunst durchsucht hatte, geriet Nordfriesland als Lebensumfeld in das Blickfeld. Eine Reise führte zunächst auf die Hallig Südfall, wo ihm die als Halliggräfin bekannt gewordene Diana von Reventlow-Criminil Unterschlupf bot. Er verließ schließlich 1935 Berlin, um sich mit der Familie auf die Insel Föhr zurückzuziehen. In Nieblum widmete sich Mennicke in allergrößter Zurückgezogenheit mehr als fünf Jahrzehnte lang nur noch seiner Kunst. Hier entstanden Ölgemälde und Aquarelle, Holz- und Steindrucke sowie Bleistift- und Fingerzeichnungen. Der Verkauf von Bildern, auf welchen er bis zu seinem Lebensende keinen Wert legte, sicherte das Existenzminimum der Familie.